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Von Hamburg über Helgoland nach Föhr und wieder zurück

Von Hamburg über Helgoland nach Föhr und wieder zurück

Im Winter habe ich den Törn gebucht gehabt. Gleich die „große Runde“ bis zu den Nordfriesischen Inseln.
Etwas mulmig ist mir schon, wenn ich mich an die Seglergeschichten von der Überfahrt nach Helgoland so erinnere.

So sitze ich dann Dienstagabend nach Büroschluss in Finkenwerder erstmal alleine auf meinem schaukelnden Zuhause für die nächsten 5 Tage. Eine GibSea 43 mit Namen HELGOLAND EXPRESS. Nach der kurzen Einweisung durch den Segellehrer Christian beziehe ich meine Koje. Toll, dass Bettwäsche und Handtücher schon an Bord sind. Auch eine moderne Rettungsweste mit Lifebelt ist für jeden Teilnehmer an Bord.

Spannend ist, wer die anderen Mitsegler sein werden. Der Skipper Wolfgang soll erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend kamen dann noch ein Vater mit Sohn und ein Mitsegler aus Köln. Glück gehabt, auf den ersten Blick sehr sympathisch.
Die erste Nacht ist ruhig und nach dem Frühstück sind wir vollzählig. Ein weiterer netter Hamburger Segler und unser erfahrener Skipper ergänzt die 5-köpfige Crew.

Nach ausführlicher Einweisung geht es mit ablaufendem Wasser los auf der Elbe Richtung Cuxhaven. Läuft ganz gut und ich bin froh, dass wir nicht zu viel Wind haben. Ist schon etwas anderes als mit dem großen Lotsenschoner.

Wir ankern im Mellemgrund – gefühlt mitten auf der Elbe. Um 22 Uhr geht es weiter die Nacht durch bis Helgoland wo wir um 05:30 ankommen. Erst mal ausschlafen und danach die Insel erkunden. Ich war hier schon mal und fahre mit so einer Minifähre rüber zur Düne, wo auch Seehunde sein sollen. Das hat sich wirklich gelohnt. Toller Strand mit fast weißem Sand und einer Robbenkolonie nahe des Leuchtturms.

Erst am nächsten Mittag legen wir, wegen der Tide, ab Richtung Wyk auf Föhr. Es geht über die Nordsee bei wenig Wind aber etwas Restdünung. Noch im Hellen legen wir in Wyk an. Am nächsten Morgen erkunden wir die Stadt, kaufen nochmal Proviant und legen gegen 12:00 Uhr ab Richtung Elbmündung.

Cuxhaven, Brunsbüttel oder Glückstadt können Ziele sein. Das ist ja immer auch vom Wind und der Strömung abhängig.

Auf der Nordsee haben wir fast Windstille und plätschern so vor uns hin, essen Kuchen und genießen den Sonnenuntergang. In der Elbmündung wird es langsam dunkel und der Wind nimmt zu. Wir kreuzen bis Glückstadt. 80 Seemeilen in einem durch ist der längste Schlag, den ich je auf einem Segelboot gemacht habe. Irgendwann nimmt die Konzentration ab und ich bin mal eine Stunde unter Deck.
Nachts auf der vielbefahrenen Elbe bei Windstärke 5, daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Aber bis wir vor Glückstadt ankern ist alles wieder gut.

Nach dem Frühstück legen wir ab und kreuzen bis kurz vor Hamburg. Dort findet der Hafengeburtstag statt und wir fahren bis zur Elbphilharmonie im allgemeinen Schiffsgewusel mit. Die Elbe wird für eine Vorführung mit Hubschraubern, Rettungsbooten und Feuerlöschen gesperrt. Wir bestaunen das Spektakel aus der ersten Reihe.

Gegen 16:00 Uhr machen wir nach 271 Seemeilen wieder in Finkenwerder fest. Ein klasse Törn bei bestem Sommerwetter, einer tollen Crew und mit sehr erfahrenem Skipper.