Gezeitenberechnung nach A.T.T.

Für die SSS Prüfung müssen Gezeitenberechnungen durchgeführt werden. Man verwendet hierzu die Tabellen in den Admiralty Tide Tables, kurz A.T.T. genannt.

Alles very British.

Es fängt schon damit an, dass die Zeiten in den Tabellen in UT (englische Winterzeit) angegeben sind, manche Orte aber auch mit der Bezeichnung -0100 versehen sind. Das bedeutet dann mitteleuropäische Winterzeit = MEZ. Je nach Monat muss man das dann in MESZ, die Sommerzeit umrechnen.

Es gibt in einer Art Kalender für jeden Tag des Jahres Angaben wann Hoch- und Niedrigwasser sind. Das passiert in unserem Prüfungsgebiet normalerweise zweimal am Tag.

Dazu kommen noch Angaben, wann Vollmond oder Neumond ist. Hieraus kann man dann die Spring-, Mitt- oder Nippzeit ermitteln. (Jeweils 4 bzw. 3 Tage).

Da das ja dann aber viel zu leicht wäre, gibt es für verschiedene Orte noch Springverspätungsangaben. Also, ob eine Springtide 2, 3 oder x Tage vor oder nach Hochwasser eintritt.

Bei den Gezeitenangaben steht auch, wie hoch Hoch- oder Niedrigwasser ausfallen. Je nach dem, wann man also an einem der Orte vorbeischippert, kann man berechnen, ob man mit seiner Yacht, die einen entsprechenden Tiefgang hat, auf Grund laufen würde und besser zu einem anderen Zeitpunkt dort längs fährt oder einen anderen Weg nimmt.

Ihr ahnt es schon, eine Menge Rechnen ist angesagt. Selbstverständlich kommt man nicht zu der abgedruckten Uhrzeit dort vorbei, sondern irgendwann vorher oder nachher. Natürlich zu einer „krummen Zeit“ also beispielsweise 12:37 Uhr. Schreibt man dann 1237.

Wichtig zu wissen ist auch, ob man sich im Tidenstieg oder Tidefall-Zeitraum befindet. Auch das muss man berücksichtigen.

Hat man das alles mal verstanden, war es das natürlich noch lange nicht. Standard-Bezugsorte, z. B. Helgoland oder Cuxhaven sind für jeden Tag im Detail aufgelistet. Da man aber nicht für alle Orte auf der Welt Tabellen drucken kann, gibt es weitere Listen, wo jeweils die Abweichungen zum Bezugsort abgedruckt sind. So ist zum Beispiel Büsum ein sogenannter Anschlussort von Helgoland. Somit muss man für Büsum die Zeit- und Höhenunterschiede zu denen von Helgoland dazurechnen, oder auch abziehen.

Da war auch mal was mit Minus mal Minus gibt Plus ….

Und? Klar gibt es auch noch einen Wert, den man berücksichtigen muss. Nämlich die „Seasonal changes“, saisonale Höhenunterschiede. Hervorgerufen durch die Entfernungschwankungen Sonne/Erde aufgrund der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne.

Freundlicherweise gibt es auch noch zusätzlich Übersichtskarten, in denen die Gezeitenströme und deren Stärke abgedruckt sind. Hier bedeutet z. B. 08,12 eine Stromstärke von 0,8 kn (Knoten) bei Nippzeit und eine Stromstärke von 20 kn bei Springzeit.

Einflüsse von Luftdruck, Wind und Wasserstand müssen in der Prüfung zum Glück nicht berücksichtigt werden.

Das wärs dann eigentlich schon …

Sollte jemand hier Fehler bei der Beschreibung entdecken, dann habe ich das wohl doch noch nicht so richtig verstanden …. 

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