Beginn Theorieunterricht

Auch wenn ich mich zwischendurch frage, ob Rosenzüchten vielleicht das bessere Hobby wäre …. der Theorieunterricht bei der Yachtschule Eichler macht Spaß. Am ersten Tag war es „eigentlich“ Wiederholung des Stoffes vom Sportküstenschifferschein. Arbeiten mit der Seekarte und Navigation. Stromdreiecke zeichnen und Kurse berechnen ging nach etwas Anlaufschwierigkeiten wieder ganz gut. Bloß bin ich noch viel, viel zu langsam.

Tag zwei war schon etwas besser. Elektronische Navigation, Radar, Kompass, GPS, AIS, Radarseitenpeilung, Kompasskontrolle …. verstanden. Nun heißt es üben, üben.

Jetzt ist erst mal zwei Wochen „Ruhe“ (natürlich mit Hausaufgaben) und dann geht es mit der Tidenberechnung, also Anwendung der englischen Gezeitenunterlagen, den Admiralty Tide Tables (A.T.T.) weiter.

Ausbildungsfahrt zum Meilen sammeln gebucht

Die ersten Törntermine trudeln ein. Einige Seemeilen auf einer Yacht fehlen mir noch. Leider gelten die bald 2000 sm mit dem Lotsenschoner nicht. Helgoland, Kanaren, Dänische Südsee? Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, wann und wo.

Entschieden: Der Hafengeburtstag fällt dieses Jahr für mich aus … es geht Anfang Mai stattdessen mit der Yacht „Helgoland Express“ von Hamburg aus nach Helgoland und Sylt und wieder zurück. Man muss ja Prioritäten setzen.

Ein reines Skippertraining werde ich auch noch machen.

Parallel recherchiere ich auf welchen Traditionsschiffen ich die Nachweise für den Traditionsschifferschein machen kann. Dieses Jahr werde ich mich wohl erst mal auf die Theorieprüfung vorbereiten und die fehlenden Meilen ersegeln und wieder Erfahrung auf Yachten sammeln. Neben der Berufstätigkeit bleibt leider nicht soviel Zeit.

Vorbereitungen

Dezember 2017

Vor 8 Jahren habe ich mich schon mal mit der Thematik auseinandergesetzt. Beim SKS, dem Sportküstenschifferschein, ist der Lernstoff ähnlich, aber nicht so umfangreich wie beim SSS. Nun kommt zusätzlich noch Radar dazu und es sind weitreichendere Kenntnisse gefordert. Ein bisschen etwas ist ja zum Glück noch hängengeblieben. Ich hoffe, dass das den Einstieg erleichtert.

  • Welche Lichter zeigt in manövrierbehindertes Fahrzeug über 100 m bei Nacht?
  • Welche Schallsignale muss ein Segelboot bei Nebel geben?
  • Welches Segelboot muss ausweichen, wenn sie sich auf Kollisionskurs befinden?
  • Was war nochmal KüG, KaK oder Missweisung?

Die Übungsseekarte ist angekommen und liegt nun auf dem Esstisch. Die erste Übungsaufgabe ist ausgedruckt und ich konnte sogar ein paar Teilaufgaben beantworten.

Die Umrechnung MESZ, UTC und muss ich echt wieder üben. Genauso wie „wie viele Seemeilen macht man bei 6kn Fahrt in einer Stunde“. Eigentlich Basics, aber macht man ja nicht täglich.

Habe mir größere Kurs- und Anlegedreiecke besorgt, das von den bisherigen Prüfungen war doch etwas lütt für die große Seekarte.

Anmeldung zum Sportseeschifferschein

November 2017.

Das Onlineformular ist ausgefüllt. Nochmal durchatmen vor dem letzten Klick und ich bin angemeldet für den SSS (Sportseeschiffer) Theoriekurs in Finkenwerder – ich habe es wirklich getan. Das bedeutet die nächsten Monate und bestimmt auch die nächsten  Jahre lernen, lernen, Meilen segeln, Prüfungen ablegen und hoffentlich auf Anhieb bestehen.

Zusätzlich muss ich fast 300 Unterschriften von Schiffsführern auf Traditionsschiffen und ganz viel Erfahrung sammeln. Irgendwann könnte ich damit Steuerfrau auf dem Lotsenschoner werden, aber bis dahin ist es noch ein ziemlich weiter Weg.

Zuhause liegt die große Übungs-Seekarte auf dem Esstisch. Das Navigationsbesteck (Marinezirkel, Kurs- und Anlegedreieck) und die Bücher, die man zum Lösen der Aufgaben braucht, werden in den nächsten Monaten ständig bereit liegen.

Gesetzeskunde (inklusive Radarplotten), Seemannschaft, terrestrische Navigation (inklusive kompletter Gezeitenkunde, Radar, GPS) und Meteorologie werden in der fast 5 Stunden dauernden Theorieprüfung drankommen. Mit auswendig lernen kommt man wohl nicht weit, es ist echtes Verstehen gefordert. Es gibt keine Ankreuzfragen wie in den bisherigen Prüfungen, man muss alles in eigenen (natürlich den seemännisch richtigen) Worten beschreiben.

2011 – Funkschein „SRC“

So, nun darf ich auch legal an Bord funken.

Nach einer rekordverdächtig kurzen Prüfung (alles zusammen ca. 1 Stunde) habe ich mein Sprechfunkzeugnis, das sogenannte SRC, erhalten.

Das SRC ist ein beschränkt gültiges Funkbetriebszeugnis – SRC (Short Range Certificate) ist das Funkbetriebszeugnis für Führer von Sportbooten und berechtigt zum Betrieb einer UKW-Seefunkanlage. Es ist für den Schiffsführer vorgeschrieben, sobald eine GMDSS-fähige UKW-Funkanlage an Bord ist. Das Zeugnis ist für den Funkbetrieb an Bord von Schiffen unter deutscher Flagge international gültig.

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Innerhalb von 60 min müssen im Theorieteil 30 Fragen aus einem Fragenkatalog von 257 Fragen schriftlich beantwortet werden.

Ok, das war leicht. Ich hatte Bogen 8.

Eine in englischer Sprache diktierte Meldung muss richtig aufgenommen und ins Deutsche übersetzt werden. Eine weitere Meldung wird schriftlich von Deutsch ins Englische übersetzt.

Auch einfach, wenn man sich die besonderen englischen Begriffe wie “veering to” (rechtdrehend) oder “heavy list to port side “ (starke Schlagseite nach Backbord) merken kann.

Der praktische Teil besteht aus Pflichtaufgaben (Abwicklung Not- und Dringlichkeitsverkehr, jeweils DSC-Aussendung und Sprechfunkabwicklung) und weiteren Aufgaben (aus den Gebieten Sicherheitsverkehr, Routineverkehr, Einstellung des Funkgeräts, …)

Zum Glück war der Prüfer hier gut gelaunt … “wie war das doch gleich – aha RECEIVED MAYDAY …”

Galerie

2010 – SKS, Flensburger Förde

Sportküstenschifferschein.
Törn und Praktische Prüfung beim DHH, Glücksburg.

Am 20.08.2010 fand auf der Flensburger Förde vor Glücksburg die praktische Prüfung zum SKS (Sportküstenschifferschein) statt.

Voraus ging eine Woche intensives Manövertraining durch unseren Ausbilder Joachim auf der SY Kormoran (Beneteau Oceanis 37) von der Hanseatischen Yachtschule in Glücksburg. Wettermäßig war in dieser Woche von Sonne, Regen, viel und wenig Wind, Wellen und ruhige See alles geboten. So konnten wir unsere Kenntnisse bei unzähligen Wenden, Halsen und „Boje über Bord“ Manövern und bei verschiedenen Wetterbedingungen erweitern und die Kommandos (Klar zum Halsen, hol dicht die Groschschot, fier auf die Großschot usw.) richtig einüben. Joachim hat uns dies mit Geduld und Nachdruck und stets mit Humor und guter Laune vermittelt.

Am Ende waren wir als Crew richtig gut eingespielt und relativ (nach außen hin zumindest) entspannt, was die Prüfer auch sofort bemerkten, als sie am Prüfungsmorgen an Bord kamen.

Es kamen zwei Prüfer an Bord, ein Prüfer blieb an Deck, der andere Prüfer stellte unter Deck nacheinander jedem von uns Fragen zum Schiff, zum Wetter, Lenzpumpen, Peilungen mit dem Handkompass und Eintragen in die Seekarte oder zu den Rettungswesten.

Jeder Prüfling musste einmal das „Boje über Bord“ Manöver unter Motor und unter Segel fahren. Das klappte bei allen Crewmitgliedern sehr gut. Auch die weiteren Manöver wie Ablegen, Reffen, Aufschießer an einer Boje, Wenden auf engstem Raum oder Beiliegen haben super geklappt und so haben Antje, Rebekka, Johann, Marvin und ich ohne Probleme bestanden!

Da ich schon die theoretische Prüfung bestanden hatte, konnte ich dann auch am Nachmittag meinen ersehnten SKS Schein in Empfang nehmen.