Einmal rund um Fünen

Einmal rund um Fünen

Wie die letzten 3 Jahre auch, ging es auch diesmal Ende Juli wieder rund um die Insel Fünen bei der Regatta für Traditionsschiffe.

http://www.fyn-rundt.dk/

Es gab leider wenig Wind, dafür aber viel Sonne und so gut wie keinen Regen.

Wir hatten sehr schöne Liegeplätze für den Lotsenschoner No.5 ELBE und konnten oft direkt neben dem Schiff Baden gehen.

Für mich ging es dieses mal auch hoch hinauf in die Wanten.

 

Von Hamburg über Helgoland nach Föhr und wieder zurück

Von Hamburg über Helgoland nach Föhr und wieder zurück

Im Winter habe ich den Törn gebucht gehabt. Gleich die „große Runde“ bis zu den Nordfriesischen Inseln.
Etwas mulmig ist mir schon, wenn ich mich an die Seglergeschichten von der Überfahrt nach Helgoland so erinnere.

So sitze ich dann Dienstagabend nach Büroschluss in Finkenwerder erstmal alleine auf meinem schaukelnden Zuhause für die nächsten 5 Tage. Eine GibSea 43 mit Namen HELGOLAND EXPRESS. Nach der kurzen Einweisung durch den Segellehrer Christian beziehe ich meine Koje. Toll, dass Bettwäsche und Handtücher schon an Bord sind. Auch eine moderne Rettungsweste mit Lifebelt ist für jeden Teilnehmer an Bord.

Spannend ist, wer die anderen Mitsegler sein werden. Der Skipper Wolfgang soll erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend kamen dann noch ein Vater mit Sohn und ein Mitsegler aus Köln. Glück gehabt, auf den ersten Blick sehr sympathisch.
Die erste Nacht ist ruhig und nach dem Frühstück sind wir vollzählig. Ein weiterer netter Hamburger Segler und unser erfahrener Skipper ergänzt die 5-köpfige Crew.

Nach ausführlicher Einweisung geht es mit ablaufendem Wasser los auf der Elbe Richtung Cuxhaven. Läuft ganz gut und ich bin froh, dass wir nicht zu viel Wind haben. Ist schon etwas anderes als mit dem großen Lotsenschoner.

Wir ankern im Mellemgrund – gefühlt mitten auf der Elbe. Um 22 Uhr geht es weiter die Nacht durch bis Helgoland wo wir um 05:30 ankommen. Erst mal ausschlafen und danach die Insel erkunden. Ich war hier schon mal und fahre mit so einer Minifähre rüber zur Düne, wo auch Seehunde sein sollen. Das hat sich wirklich gelohnt. Toller Strand mit fast weißem Sand und einer Robbenkolonie nahe des Leuchtturms.

Erst am nächsten Mittag legen wir, wegen der Tide, ab Richtung Wyk auf Föhr. Es geht über die Nordsee bei wenig Wind aber etwas Restdünung. Noch im Hellen legen wir in Wyk an. Am nächsten Morgen erkunden wir die Stadt, kaufen nochmal Proviant und legen gegen 12:00 Uhr ab Richtung Elbmündung.

Cuxhaven, Brunsbüttel oder Glückstadt können Ziele sein. Das ist ja immer auch vom Wind und der Strömung abhängig.

Auf der Nordsee haben wir fast Windstille und plätschern so vor uns hin, essen Kuchen und genießen den Sonnenuntergang. In der Elbmündung wird es langsam dunkel und der Wind nimmt zu. Wir kreuzen bis Glückstadt. 80 Seemeilen in einem durch ist der längste Schlag, den ich je auf einem Segelboot gemacht habe. Irgendwann nimmt die Konzentration ab und ich bin mal eine Stunde unter Deck.
Nachts auf der vielbefahrenen Elbe bei Windstärke 5, daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Aber bis wir vor Glückstadt ankern ist alles wieder gut.

Nach dem Frühstück legen wir ab und kreuzen bis kurz vor Hamburg. Dort findet der Hafengeburtstag statt und wir fahren bis zur Elbphilharmonie im allgemeinen Schiffsgewusel mit. Die Elbe wird für eine Vorführung mit Hubschraubern, Rettungsbooten und Feuerlöschen gesperrt. Wir bestaunen das Spektakel aus der ersten Reihe.

Gegen 16:00 Uhr machen wir nach 271 Seemeilen wieder in Finkenwerder fest. Ein klasse Törn bei bestem Sommerwetter, einer tollen Crew und mit sehr erfahrenem Skipper.

Gezeitenberechnung nach A.T.T.

Gezeitenberechnung nach A.T.T.

Für die SSS Prüfung müssen Gezeitenberechnungen durchgeführt werden. Man verwendet hierzu die Tabellen in den Admiralty Tide Tables, kurz A.T.T. genannt.

Alles very British.

Es fängt schon damit an, dass die Zeiten in den Tabellen in UT (englische Winterzeit) angegeben sind, manche Orte aber auch mit der Bezeichnung -0100 versehen sind. Das bedeutet dann mitteleuropäische Winterzeit = MEZ. Je nach Monat muss man das dann in MESZ, die Sommerzeit umrechnen.

Es gibt in einer Art Kalender für jeden Tag des Jahres Angaben wann Hoch- und Niedrigwasser sind. Das passiert in unserem Prüfungsgebiet normalerweise zweimal am Tag.

Dazu kommen noch Angaben, wann Vollmond oder Neumond ist. Hieraus kann man dann die Spring-, Mitt- oder Nippzeit ermitteln. (Jeweils 4 bzw. 3 Tage).

Da das ja dann aber viel zu leicht wäre, gibt es für verschiedene Orte noch Springverspätungsangaben. Also, ob eine Springtide 2, 3 oder x Tage vor oder nach Hochwasser eintritt.

Bei den Gezeitenangaben steht auch, wie hoch Hoch- oder Niedrigwasser ausfallen. Je nach dem, wann man also an einem der Orte vorbeischippert, kann man berechnen, ob man mit seiner Yacht, die einen entsprechenden Tiefgang hat, auf Grund laufen würde und besser zu einem anderen Zeitpunkt dort längs fährt oder einen anderen Weg nimmt.

Ihr ahnt es schon, eine Menge Rechnen ist angesagt. Selbstverständlich kommt man nicht zu der abgedruckten Uhrzeit dort vorbei, sondern irgendwann vorher oder nachher. Natürlich zu einer „krummen Zeit“ also beispielsweise 12:37 Uhr. Schreibt man dann 1237.

Wichtig zu wissen ist auch, ob man sich im Tidenstieg oder Tidefall-Zeitraum befindet. Auch das muss man berücksichtigen.

Hat man das alles mal verstanden, war es das natürlich noch lange nicht. Standard-Bezugsorte, z. B. Helgoland oder Cuxhaven sind für jeden Tag im Detail aufgelistet. Da man aber nicht für alle Orte auf der Welt Tabellen drucken kann, gibt es weitere Listen, wo jeweils die Abweichungen zum Bezugsort abgedruckt sind. So ist zum Beispiel Büsum ein sogenannter Anschlussort von Helgoland. Somit muss man für Büsum die Zeit- und Höhenunterschiede zu denen von Helgoland dazurechnen, oder auch abziehen.

Da war auch mal was mit Minus mal Minus gibt Plus ….

Und? Klar gibt es auch noch einen Wert, den man berücksichtigen muss. Nämlich die „Seasonal changes“, saisonale Höhenunterschiede. Hervorgerufen durch die Entfernungschwankungen Sonne/Erde aufgrund der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne.

Freundlicherweise gibt es auch noch zusätzlich Übersichtskarten, in denen die Gezeitenströme und deren Stärke abgedruckt sind. Hier bedeutet z. B. 08,12 eine Stromstärke von 0,8 kn (Knoten) bei Nippzeit und eine Stromstärke von 20 kn bei Springzeit.

Einflüsse von Luftdruck, Wind und Wasserstand müssen in der Prüfung zum Glück nicht berücksichtigt werden.

Das wärs dann eigentlich schon …

Sollte jemand hier Fehler bei der Beschreibung entdecken, dann habe ich das wohl doch noch nicht so richtig verstanden …. 

Tide, Grenzkurse und Radarplotten

Tide, Grenzkurse und Radarplotten

Von allem schon mal gehört, aber bisher noch nicht im wirklichen Segelleben angewendet. Wenn man es einmal verstanden hat, ist es eigentlich nicht so schwer. Man kann sich aber halt gerne mal vertun, wenn man sich nicht konzentriert oder es doch nicht so ganz verstanden hat. Also hilft nur üben.

Prüfungsfragen sind teilweise sehr konstruiert und man würde das auf See wahrscheinlich nicht bis auf 10 cm genau berechnen sondern eher großzügig genug Reserve einrechnen.

Beginn Theorieunterricht

Beginn Theorieunterricht

Auch wenn ich mich zwischendurch frage, ob Rosenzüchten vielleicht das bessere Hobby wäre …. der Theorieunterricht bei der Yachtschule Eichler macht Spaß. Am ersten Tag war es „eigentlich“ Wiederholung des Stoffes vom Sportküstenschifferschein. Arbeiten mit der Seekarte und Navigation. Stromdreiecke zeichnen und Kurse berechnen ging nach etwas Anlaufschwierigkeiten wieder ganz gut. Bloß bin ich noch viel, viel zu langsam.

Tag zwei war schon etwas besser. Elektronische Navigation, Radar, Kompass, GPS, AIS, Radarseitenpeilung, Kompasskontrolle …. verstanden. Nun heißt es üben, üben.

Jetzt ist erst mal zwei Wochen „Ruhe“ (natürlich mit Hausaufgaben) und dann geht es mit der Tidenberechnung, also Anwendung der englischen Gezeitenunterlagen, den Admiralty Tide Tables (A.T.T.) weiter.

Ausbildungsfahrt zum Meilen sammeln gebucht

Ausbildungsfahrt zum Meilen sammeln gebucht

Januar 2018

Die ersten Törntermine trudeln ein. Einige Seemeilen auf einer Yacht fehlen mir noch. Leider gelten die bald 2000 sm mit dem Lotsenschoner nicht. Helgoland, Kanaren, Dänische Südsee? Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, wann und wo.

Entschieden: Der Hafengeburtstag fällt dieses Jahr für mich aus … es geht Anfang Mai stattdessen von Hamburg aus nach Helgoland und Sylt und wieder zurück. Man muss ja Prioritäten setzen.

Ein reines Skippertraining werde ich auch noch machen.

Parallel recherchiere ich auf welchen Traditionsschiffen ich die Nachweise für den Traditionsschifferschein machen kann. Dieses Jahr werde ich mich wohl erst mal auf die Theorieprüfung vorbereiten und die fehlenden Meilen ersegeln und wieder Erfahrung auf Yachten sammeln. Neben der Berufstätigkeit bleibt leider nicht soviel Zeit.

Vorbereitungen

Vorbereitungen

Dezember 2017

Vor 8 Jahren habe ich mich schon mal mit der Thematik auseinandergesetzt. Beim SKS, dem Sportküstenschifferschein, ist der Lernstoff ähnlich, aber nicht so umfangreich wie beim SSS. Nun kommt zusätzlich noch Radar dazu und es sind weitreichendere Kenntnisse gefordert. Ein bisschen etwas ist ja zum Glück noch hängengeblieben. Ich hoffe, dass das den Einstieg erleichtert.

  • Welche Lichter zeigt in manövrierbehindertes Fahrzeug über 100 m bei Nacht?
  • Welche Schallsignale muss ein Segelboot bei Nebel geben?
  • Welches Segelboot muss ausweichen, wenn sie sich auf Kollisionskurs befinden?
  • Was war nochmal KüG, KaK oder Missweisung?

Die Übungsseekarte ist angekommen und liegt nun auf dem Esstisch. Die erste Übungsaufgabe ist ausgedruckt und ich konnte sogar ein paar Teilaufgaben beantworten.

Die Umrechnung MESZ, UTC und muss ich echt wieder üben. Genauso wie „wie viele Seemeilen macht man bei 6kn Fahrt in einer Stunde“. Eigentlich Basics, aber macht man ja nicht täglich.

Habe mir größere Kurs- und Anlegedreiecke besorgt, das von den bisherigen Prüfungen war doch etwas lütt für die große Seekarte.

Anmeldung zum Sportseeschifferschein

Anmeldung zum Sportseeschifferschein

November 2017.

Das Onlineformular ist ausgefüllt. Nochmal durchatmen vor dem letzten Klick und ich bin angemeldet für den SSS (Sportseeschiffer) Theoriekurs in Finkenwerder – ich habe es wirklich getan. Das bedeutet die nächsten Monate und bestimmt auch die nächsten  Jahre lernen, lernen, Meilen segeln, Prüfungen ablegen und hoffentlich auf Anhieb bestehen.

Zusätzlich muss ich fast 300 Unterschriften von Schiffsführern auf Traditionsschiffen und ganz viel Erfahrung sammeln. Irgendwann könnte ich damit Steuerfrau auf dem Lotsenschoner werden, aber bis dahin ist es noch ein ziemlich weiter Weg.

Zuhause liegt die große Übungs-Seekarte auf dem Esstisch. Das Navigationsbesteck (Marinezirkel, Kurs- und Anlegedreieck) und die Bücher, die man zum Lösen der Aufgaben braucht, werden in den nächsten Monaten ständig bereit liegen.

Gesetzeskunde (inklusive Radarplotten), Seemannschaft, terrestrische Navigation (inklusive kompletter Gezeitenkunde, Radar, GPS) und Meteorologie werden in der fast 5 Stunden dauernden Theorieprüfung drankommen. Mit auswendig lernen kommt man wohl nicht weit, es ist echtes Verstehen gefordert. Es gibt keine Ankreuzfragen wie in den bisherigen Prüfungen, man muss alles in eigenen (natürlich den seemännisch richtigen) Worten beschreiben.